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 Der konstruktivistische, ethische Imperativ: 

«Ich werde stets so handeln, daß die Gesamtzahl der Wahlmöglichkeiten zunimmt.»

Heinz von Förster
 
«Psychotherapie ohne Humor und Leichtigkeit
ist wie eine Operation ohne Narkose.»
                          
Michael Bohne
 

Systemische Psychotherapie

Systemische Psychotherapie versteht sich als eigenständiges, psychotherapeutisches Verfahren und steht für eine Vielzahl von Modellen, die sich aus paar- und familientherapeutischen sowie aus verschiedenen einzeltherapeutischen Ansätzen heraus entwickelt haben.
Sie findet Anwendung in der Arbeit mit Einzelnen, Paaren, Familien, Gruppen und Institutionen sowohl im klinischen Alltag als auch in anderen professionellen Bereichen wie Beratung, Supervision, Fort- und Weiterbildung sowie Organisationsentwicklung und –beratung.
 
Die Systemische Perspektive rückt die dynamische Wechselwirkung zwischen den biologischen und psychischen Eigenschaften einerseits und den sozialen Bedingungen des Lebens andererseits ins Zentrum der Betrachtung, um das Individuum und seine psychischen Störungen angemessen verstehen zu können.
Systemisch ausgerichtete Therapeuten und Supervisoren gehen von der Autonomie der Rat- und Hilfesuchenden aus und betrachten diese als «Experten und Expertinnen ihrer selbst». Der Blick ist dabei nicht nur auf den einzelnen Menschen gerichtet, sondern auch auf das soziale Umfeld, die Familie, die Arbeitssituation; die aktuellen Lebensbedingungen.
 
Probleme und Störungen lassen sich eher als Herausforderung sehen, wodurch beim Betroffenen und den bedeutsamen Personen in seiner Umgebung neue Kräfte geweckt werden sollen. Es wird von dem ausgegangen, was der Betroffene selbst verändern will und was sich auch verändern lässt. Statt Resignation, Einengung und Selbstmitleid liegt der Schwerpunkt auf der Anerkennung bereits vorhandener Fähigkeiten, auf Zukunftsperspektiven und Selbstbestimmung, auch bei scheinbar aussichtslosen Problemen.
 

Multimodale Psychotherapie

Die Multimodale Psychotherapie beschreibt einen umfassenden, psychotherapeutischen Ansatz, greift auf Persönlichkeits- und Verhaltenstheorien zurück und ist umfänglicher als die klassische Verhaltenstherapie angelegt.

Kernpunkt der Multimodalen Therapie ist das Konzept BASIC ID. Die Abkürzung BASIC ID steht für sieben Kategorien (Modalitäten) im Leben eines Menschen, die für die Behandlung von psychischen Störungen wichtig sind.

  • B = Behavior (Verhalten)
  • A = Affect (Affekt): gefühlsmäßige Reaktionen
  • S = Sensation (Empfindung)
  • I = Imagery (Vorstellung)
  • C = Cognition (Kognitionen): Grundüberzeugungen und Denkweisen
  • I = Interpersonal Relationships (zwischenmenschliche Beziehungen)
  • D = Drugs and Biological Factors (Medikamente und biologische Faktoren), auch körperliche Symptome gehören zu dieser Kategorie.

In der Multimodalen Therapie werden diagnostische und therapeutische Maßnahmen durchgeführt, die auf mehrere dieser Punkte bezogen sind. Welche der Bereiche besonders intensiv behandelt werden, richtet sich individuell nach Klient und Störung. Die Multimodale Therapie ist daher ein flexibles Behandlungskonzept, das auf den einzelnen Betroffenen zugeschnitten werden kann. Für jede der Modalitäten können passende Interventionen erarbeitet und durchgeführt werden.

Multimodale Therapie beruht also auf der Annahme, dass die problemauslösenden Faktoren mehrdimensional seien und eine fehlende Berücksichtigung der Komplexität des Menschen eine umfassende Aneignung von Bewältigungs- oder Lösungsstrategien verhindere.

Eine wesentliche Rolle spielt die Psychoedukation des Klienten oder seines sozialen Umfeldes im Hinblick auf die Störung und das resultierende Verhalten. Darüber hinaus können nahestehende Personen in die Behandlung mit einbezogen werden.

Fokussiert wird ein problemlösendes Vorgehen, das einen Transfer des Erlernten auf neue Situationen ermöglichen soll. Dazu werden eine Reihe von Übungsaufgaben gestellt, die in realen Lebenssituationen zu bewältigen und zu festigen sind.